Gießen gent wieder

In einem neuen Experiment der Universität Gießen werden schon bald acht verschiedene Sorten genetisch veränderten Mais’ ausgesäht. Mais ist schon längst nicht mehr nur für Flips und Tortillas gut sondern auch ein nachwachsender Brennstoff für die Energiegewinnung. EU-Bauern müssen 10% ihrer Nutzfläche brachliegen lassen, das Anbauen von Mais ist jedoch auf diesen Feldern erlaubt – sofern der Mais dann nicht verspeist sondern verbrannt wird.

Die neuen Maissorten – darunter auch eine Sorte der Firma Monsanto – sollen resistent sein gegen Larven eines zur Familie der Schmetterlinge gehörenden Maisschädlings, der in der Natur unter anderem von einer Wespenart verzehrt wird. Monsanto ihrerseits ist bekannt dafür, Copyrights auf ihre Erzeugnisse zu halten und Lizenzgebühren für die Verwendung der Maistechnologie zu erheben. Eine eigens eingerichtete Hotline zum Denunzieren von Bauern, die Monsanto Mais oder andere Saatpflanzen verwenden, ist gängige Praxis bei der Durchsetzung dieser Patente.

Quelle: http://www.klickbrett.de

2 Gedanken zu „Gießen gent wieder

  1. Eugen Pletsch

    Darf „Gottes Ebenbild“ Gott spielen?

    Seit Wochen registriere ich mit zunehmender Verwunderung, dass sich die Informationen zum Thema Gen-Technik in den Giessener Tageszeitungen auf eine Art Hofberichterstattung beschränken. So wurden die Meldungen, nach denen die Universität in ihrem Jubeljahr erneut gentechnisch veränderte Gerste aussät, offensichtlich unrecherchiert und unreflektiert wiedergegeben. Ähnlich sieht es beim Vorhaben der Universität aus, Gen-Mais zu züchten. Außer einem kleinen Grüppchen Aktivisten, die als „militante Gegner“ denunziert werden, scheint niemand begreifen zu wollen, was eigentlich passiert. Ich stelle die Frage, wer wirklich „militant“ ist?
    Obwohl sich die Mandatsträger von Gießen „gemeinsam gegen Genversuche auf dem Gebiet der Stadt“ ausgesprochen haben, Zeitungsmeldungen zufolge „ der Markt zu 75 Prozent gentechnikfreie Lebensmittel verlangt“ und die „Nachfrage nach gentechnikfreien Futtermitteln erheblich ist“, hält die Universität Gießen an der geplanten Aussaat von Gen-Mais fest. Ist dieser Akt von Willkür und – aus meiner Sicht – Störung öffentlicher Ordnung Hormuth´scher Hochmut? Welche Absichten haben die Professoren Friedt und Kogel tatsächlich? Der MON 810 Mais-Versuch geschieht im Auftrag des Bundessortenamtes, die wiederum von MONSANTO beauftragt worden sind.
    Der Film „Leben außer Kontrolle“, der kürzlich im bayrischen Rundfunk lief, beschreibt die unwiderruflichen Konsequenzen, die genverändertes Saatgut mit sich bringen: ALLES wird kontaminiert werden, die Pflanzen und Tiere und über die Nahrungskette letztendlich der Mensch. Die Fa. MONSANTO, einer der größten Brunnenvergifter der Welt, hat laut einer Greenpeace-Meldung in der eigenen Kantine in London auf genfreies Essen umgestellt, während es in manchen Ländern der Erde praktisch kein genetisch unverändertes Getreide mehr gibt. Jetzt wird vermutet, dass MONSANTO auch hierzulande mit Hilfe „ausgesuchter Politiker und Wissenschaftler“ dafür sorgen wird, dass sich die Kontaminierung durch genverändertes Saatgut nicht mehr aufhalten lässt.
    MONSANTO, Hersteller des Killersüßstoffes Aspartam, wird als die „meistgehasste Company“ der Welt bezeichnet. Ich empfehle den Bürgern dieser Stadt, den Begriff MONSANTO in eine Internet-Suchmaschine einzugeben. Zusammen mit den Begriffen „Mafia“ oder „Terror“ gegoogelt, kommt man zu interessanten Meldungen.
    Mag man sich fragen, warum sich unsere Uni Gießen mit dieser international berüchtigten Räuberbande abgibt, anstatt sich auf die Seite derer zu stellen, die sich, wie die Nobelpreisträgerin Dr.Vandana Shiva für die Artenvielfalt einsetzen, um die Landwirtschaft vor Gen-Piraten zu schützen. Das Problem ist, dass die Gen-Mafia im Mäntelchen der Wissenschaft daher kommt und gerne etwas von Fortschritt faselt. So gewinnen sie akademische Hinterwälder und Politiker, die alles, was sie in ihren Konsequenzen nicht verstehen, für Fortschritt halten. Vielleicht ist das der Grund, warum Monsanto sich hier ausbreiten will obwohl niemand weiß, welche Folgen diese „Versuche“ wirklich haben werden. Welche Versicherung deckt eigentlich mögliche Schäden ab? Gibt es eine Absicherung, und wenn nein, wer trägt dann die persönliche Verantwortung?
    Am Meisten verwundert mich, dass die sonst sehr lautstarken „christlichen“ Gruppierungen der Region zu diesem Thema offensichtlich keine Worte finden. Monatelang wird über „christliche Schöpfungslehre“ im Biologieunterricht diskutiert, und jetzt, wo der Mensch dabei ist, auf unwiderrufliche Weise in Gottes Schöpfung herumzupfuschen, herrscht großes Schweigen. Darf „Gottes Ebenbild“ Gott spielen?
    Ich schlage eine öffentliche Vorführung des Films „Leben außer Kontrolle“ bei einer Stadtverordnetenversammlung vor. Niemand soll behaupten können, „er habe von allem nichts gewusst“.

    Eugen Pletsch

  2. Marie-Luise Volk

    Hoffentlich gab es in der Zwischenzeit eine Stadtverordnetenversammlung in Giessen. Die AgroGentechnik ist in der Hierarchie der von Menschenhand gemachten Katastrophen auf Platz 1! Atomkraftwerke kann man vorsichtshalber abschalten. Die Zauberlehrlinge der AgroGentechnikWissenschaft wissen zwar, wie man synthetische Gene in die Pflanze hineinbekommt, aber nicht wie man sie wieder herausbekommt. Damit sind die Folgen unumkehrbar. Die die AgroGentechnik befürwortenden Politiker lügen uns permanent an: AgroGentechnik sei sicher, AgroGentechnik brächte Vorteile, AgroGentechnik müsse man betreiben, um wirtschaftlich mithalten zu können usw. Dabei wissen wir jetzt, daß diese Politker die Helfershelfer der Firmen wie Monsanto, Bayer, BASF, Syngenta usw. sind. Wie aus der Studie von Christoph Then und Antje Lorch (April 2008) hervorgeht, stecken Wissenschaftler wie Jany, Buhk, Bartsch, Schiemann, Ammann u.a. mit der AgroChemie unter einer Decke. Sie gehörten vor Gericht gestellt. Sie betreiben Auftragswissenschaft für die AgroChemieFirmen. Uns wollen sie jedoch weiß machen, daß sie zu völlig „unabhängigen“ Ergebnissen gekommen sind. Sie bilden sich ein, uns täuschen zu können. Die BürgerInnen sind gehalten, gegen diese unsauberen Forschungsergebnisse aufzustehen. Es ist nur Lug und Trug. In der 140. Sitzung des Bundestages (25.01.08) ist die Unverschämtheit einiger Politiker dokumentiert. Dieses Dokument müßte in dem jeweiligen Wahlkreis dafür sorgen, daß diese AgroGentechnik befürwortenden Politiker abgewählt werden. Sie haben nichts mehr im Bundestag verloren. Sie haben die Fronten gewechselt und wollen uns Bürgern die AgroGentechnik aufzwingen. Mit Begriffen wie „Koexistenz“, „Wahlfreiheit“ und „Sicherheit“ lügen sie uns an. Eugen Pletsch hat recht: Niemand soll behaupten können, „er habe von allem nichts gewußt“.
    Marie-Luise Volk, Gesundheitsberaterin (GGB)

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